Wieder ein ganz normales Leben

Wieder ein ganz normales Leben

Als Unser Karli Weihnachten 2004 seinen ersten epileptischen Anfall  hatte,  er war gerade mal gut zwei Jahre alt. War es uns nicht klar was für ein Leben die nächsten Jahre auf uns zukommen würde.

Zuerst waren die Krampfanfälle die bei Epilepsie auftreten noch nicht so oft, aber sie kamen dann immer häufiger, und dann meistens in der Nacht.

Karli konnte zwar recht gut mit Medikamenten ein gestellt werden, aber man mußte ständig damit rechnen das ein Anfall kam.

Zu den Krampfanfällen kamen auch noch die Runnings dazu, dann war das Haus nicht groß genug. Bei diesen Rannings  war es am besten diese Zeit dann draußen im Garten aus zu sitzen, da war es auch egal welches Wetter und zu welcher Tageszeit diese auftraten.

So konnte man ihn kaum ohne Aufsicht lassen, denn  wenn ein Krampfanfall  oder Running kam ging der Rest der Rasselbande gegen ihn, ja man war nie sicher ob sie ihn dann Tot beißen würden.

Für die anderen Hunde war das ein ganz normales verhalten, denn Krank und Alt gehört in kein Rudel.

Solange Rolf und meine Mama noch lebten war das auch kein Problem so war immer jemand da.

Schwierig wurde es erst nach dem Tod der Beiden, als ich nun alleine war.

So konnte ich nur noch für zwei Stunden das Haus verlassen, und mußte sogar Maja einsperren in einen anderen Raum, weil sie konnte damit überhaupt nicht umgehen, und biss gleich zu  im Fall eines Anfalles.

Das ich seit 2005 keine Nacht mehr durchschlafen konnte war für mich ganz normal geworden.

Seit dem ersten Anfall  war mein Schlaf so leicht geworden, dass ich sofort wenn einer auftrat wach wurde.

Dazu kam das Karli durch die Medikamente die er täglich nehmen mußte , auch öfters raus mußte. Das waren die letzen 6 Jahre alle zwei Stunden, er machte sich auch immer bemerkbar, dass es soweit war.

Für Janka, Iris, Rubino , Tobby und Maja brachten diese nächtlichen Störrungen  auch keine richtige Ruhe. Denn jedes Mal wenn Karli raus ging, wollten sie auch raus.

Heute wo es auf den Tag genau vier Monate her ist wo er den Weg über die Regenbogenbrücke  gegangen ist, kann ich sagen das ich wieder die Nächte durchschlafen kann.

Das Rubino und Maja es sind die, die noch bei mir leben es auch können.

Ja es hat solange gebraucht bis man sich daran wieder gewöhnt hat.

Es gab gerade in den ersten Wochen  nach dem er nicht mehr da war Nächte da wurde ich wach weil ich meinte er habe mich angestubst. Ich werde aber diese Jahre die ich mit Karli verbringen durfte nicht vermissen wollen, denn er war ein ganz großer Schatz, für seine Krankheit und deren Folgen konnte er nichts. Und es stand nie in Frage ihn zu erlösen, nur weil es für uns Menschen  es einfacher gewesen wäre.

Denn er war ein ganz normaler fröhlicher Hund wie die anderen auch, eben mit einem Handicap das immer wieder auftrat.

Juni 2010

Martina Wagner 28.April 2016