Das Geschäft mit Designer- Hunden

Das Geschäft mit Designer-Hunden

Eigentlich sollte man meinen, dass es bei über 300 Rassehunden, die von der FCI anerkannt sind, jeder Mensch der einen Hund halten will eine Rasse für sich findet.

Oder sich gleich einen Mischling aus dem Tierschutz oder vom Bauernhof holen .Solche gibt es in jeder Größe und Fellart.

Aber nein , der Mensch hält es ja für schick was Besonderes an der Leine zu haben.

Und nun kommen die Leute ins Spiel, die dort das große Geschäft wittern.

Vieles kam zuerst über den Großen Teich,  aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten der USA.

Dort wurden, weil ja so schick , und die Stars und die Promiwelt kleine Hunde, sogenannte Taschenhunde haben wollten, angefangen kleine Rassenhunde mit einander zu verpaaren.

 Oder man wollte Hunde haben, die für Menschen geeignet sind,  die eine Allergie gegen Hundehaare haben.

So kreuzte man den Pudel weil er nicht haart mit dem Labrador.

Aber der Rest der Welt wollte auch ein Stück vom Kuchen haben und nun findet man überall solche Kreuzungen.

Man kann ja mit solch einer Ware gutes Geld verdienen, sie wird teuer verkauft.

Oft sind es Leute die früher mal in einem Rassehundeverein, der dem Dachverband ihres Landes ( wie VDH, SKG, ÖKV ) der wiederum der FCI angeschlossen ist, gezüchtet haben. Aus irgend einem Grund, z.B. weil sie nicht immer mit der dort aufgestellten Zuchtordnung einverstanden waren den Verein verlassen haben. Einige waren dann so schlau und haben sich einen Wohnsitz in einem anderen Land gesucht, wo man seine Rasse, die man schon seit Jahren züchtet, weiter unter seinem FCI eingetragenen Zwingernamen züchten kann. Oft sind dort die Zuchtordnungen nicht so streng.

Oder sie blieben im Land , gründeten eigene Vereine und schrieben die Gesundheit auf ihre Fahne, um Werbung zu machen.

Sind wir mal ehrlich, jeder der in einem Verein ist hat mal so seine Problem mit der Ordnungen und Regeln , aber deshalb kann man nicht alles verwerfen und hinschmeißen. Das ganze Leben besteht nun mal daraus.

Besonders im Boom sind hier die brachycephalen Rassen, diese Rassen werden von solchen Leuten alle für krank und krankheitsanfällig bezeichnet.

Da werden zur Herstellung einer angeblich gesünderen Rasse Hunde eingekreuzt , die keine Plattnasen sind, es wird dabei hingenommen, dass sich die Hunde die daraus entstehen dem Rassestandart entfernen.

Da sind zum Beispiel Hochbeinige, und auch die Fellfarben ändern sich. Bei den Farben wird dann mit seltenen Farben Werbung gemacht ,die so vor 100 Jahren schon bei der Rasse, zwar selten, aber schon gefallen sein sollen.

Ein Beispiel :

Beim Mops sollen die Nasen länger sein, sie sollen hochbeiniger sein ,weniger Falten haben und schlanker. Man findet sie in den Fehlfarben Weiß, Schokobraun und gestromt.  Und dann wird lustig mit solchen Fehlfarben weiter in die Herstellung gegangen.

Diese Aussage kommt von solchen Herstellern, ich sage bewusst Hersteller, denn mit Zucht hat dies für mich nichts mehr zu tun.

 Angeblich sollen diese Hunde besser atmen, sind belastbarer und somit viel gesünder als solche die aus kontrollierter Zucht gezüchtet werden.

 

Auch ein neuer Trend sind die sogenannten Swissydogs.

Das sind Kreuzungen zwischen

Appenzeller-Große Schweizer Sennenhunden

Appenzellern- Berner Sennenhunden

Appenzeller- Entlebucher SH

Berner- Große Schweizer

Entlebucher Große Schweizer

Als Werbung wird dort dies angegeben:

Swissydogs sind reinrassige Sennenhunde in der typischen Farbverteilung der Schweizer Sennenhunde.

Swissydogs sind eine anerkannte Hunderasse ,die selbstverständlich nur  von  gesunden Elterntieren abstammen  und werden mit einer Ahnentafel abgegeben.

Da sage ich nur:

Um eine anerkannte Hunderasse ,die einen FCI Standard hat zu werden, bedarf es mehr als eine F1 Generation und dies dauert jahrelang.

Bei den Swissydogs ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die F1 Nachkommen weniger anfälliger sind gegen Krankheiten als ihre reinrassigen Elterntiere. So etwas liest man dann dort!

Ich habe noch nie etwas von solch einer wissenschaftlichen Untersuchung gehört, denn dazu braucht man ja auch  eine grosse Anzahl an Hunden, die man untersuchen kann.

Genetische Isolierungen sollen die Wurzel des Übels = Erbkrankheiten sein, die F 1 Hunde sollen gesundheitliche Vorteile gegen über reinrassigen Appenzellern, Entlebuchern ,Bernern  und Großen Schweizer Sennenhunden haben.

Durch solche Verpaarungen soll eine Verbreitung genetischer Basis geschaffen werden, die zu einer besonderen Vielfalt führt (Heterosis- Effekt ).

Der Gipfel der Verlogenheit ist noch, dass dies Leute sind, die ich oben schon erwähnt habe, die  z.B. ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben. 

Mit so was werben , die  ihr eigenes Süppchen kochen, um das was sie da herstellen auch möglichst gewinnbringend an den naiven  Endverbraucher zu bringen.

Dann gibt es diejenigen,  die den Schilt ins Leben rufen. Er soll der Ursprung des Appenzellers sein. Um an ihr Ziel zu kommen schrecken sie auch nicht davor zurück, mit einer Hündin Welpen zu bekommen, die schon an die 10 Jahre ist.

Einen gemeinsamen Nenner haben alle diese Hersteller von solchen Designer Hunden , sie brauchen Hunde von den Züchtern, die in Rassehundezucht-Vereinen ,die dem Dachverbandes ihres Landes und somit der FCI angeschlossen sind ,angehören.

Sie brauchen immer neues Genmaterial .

Es ist klar , dass man seinen Welpenkäufern nicht hinters Gesicht sehen kann, sie können das Blaue vom Himmel lügen und merken muss man es nicht sofort.

Dies haben alle gemeinsam , sie  werben mit Gesundheit.

Auf ihrem Homepages wird  alles sehr schön beschrieben .Dann haben sie auf ihrer Linkseite auch solche Links zu Züchtern , die in Rassehundevereinen züchten.

Stößt nun Ottonormalverbraucher, der das erste Mal einen Hund kaufen will ,auf der Suche nach der richtigen Rasse auf solch eine Homepage , der denkt sich doch, oh, das ist ja toll, da wird auf die Gesundheit von den Hunden geschaut. Liest er weiter und der Mensch ist nun mal von Natur neugierig und kommt dann auf die Seite der Links und klickt diese dann an, denkt er sich doch ,das ist ja in Ordnung ,das sind ja alles Züchterkollegen.

Deshalb kann ich auch nicht verstehen das es immer noch Züchter von Rassehundevereinen es gibt die es zu lassen das solche Hersteller die Links zu ihren Homepages haben.

Auch ist es mir schleierhaft , wieso man  sich dort Hunde kauft ,wenn man selbst Züchter in einem Rassehundeverein ist, weil man glaubt, dort bekommt man gesunde Hunde. So ein Züchter  hat keine Ahnung was Zucht angeht, sonst würde er so einen Kauf nicht machen. Denn mit jedem Kauf eines Hundes von einem Hersteller unterstützt man dessen Produktion und lässt diesen immer weiter machen.

Züchter, die in einem Rassehundeverein züchten kann ich nicht verstehen , dass  sie noch Kontakt mit solchen Herstellern pflegen ,nur weil sie vielleicht einmal befreundet waren. Sehr schlimm ist auch, wenn sie sich dort auch noch in  ihren Zuchtfragen beraten lassen.

Februar 2011 Martina Wagner

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