Geschichten

Janka vom Bännlifluh

Oder wie wir sie liebevoll nennen unsere Große

Als wir uns im Sommer 1998 entschieden dass wir einen Hund in unsere Familie aufnehmen wollen kam für Rolf nur ein Appenzeller Sennenhund in Frage.

So nun fingen wir an Züchter zu suchen die einen Wurf Welpen hatten oder bekommen sollten.

Bei dem ersten Züchter klappte es nicht und so telefonierte Rolf noch am Sonntagabend mit dem Zuchtwart des Schweizer Clubs für Appenzeller Sennenhunde.

Er bekam die Auskunft dass ein Züchter noch einen ganzen Wurf Welpen von 9 Wochen hätte und ein anderer noch eine Hündin und ein Rüde von 5 Monaten.

Er telefonierte gleich noch obwohl es schon spät war mit beiden Züchtern und machte einen Termin zum Besuch gleich am anderen Tag aus.

Ich fing an Handtücher und Küchenrollen zu packen und Rolf machte aus einem alten Gürtel Halsbänder dann packte ich in die Tasche noch die Leine von unserem Kater.

Am frühen Montagmorgen den 17.08.1998 ging es los gut dass die Schweiz so kein großes Land ist.

Zuerst ging es zu dem Züchter der noch die 8 Welpen hatte es war die Zuchtstätte vom Bännlifluh.

Dort angekommen sahen wir die Welpen, alle 8 waren im Welpenauslauf in der Mitte stand ein alter Kochtopf indem Futter war.

Ich ging sofort rein und setzte mich auf den Boden und alle Welpen kamen stürmisch auf mich zu.

Das war eine Begrüßung und ich fing an mir eine auszusuchen, Rolf der noch draußen stand suchte sich ebenfall eine aus und dann sagte er, er hätte schon eine gefunden. Im selben Augenblick hatte ich auch eine die mir am besten gefiel, und ohne dass wir beide uns angesehen hatten oder auch nur mit einander geredet hatten, hatten wir uns für dieselbe entschieden.

Rolf sagte zur gleichen Zeit wie ich, die mit dem Fleck im Nacken.

Wir baden die Züchter sie für uns zu reservieren und machten mit ihnen aus das wir uns am Abend noch melden würden, denn wir wollte ja noch zu dem anderen Züchter der die 5 Monate alten Welpen hatte.

Nun ging es über einen Pass ins Berner Oberland um besser zu sagen auf eine Alm nur gut das wir mir dem Auto dort hinfahren konnten. Der Züchter der die Zuchtstätte von der Schafegg hat betrieb nämlich im Sommer eine Alm.

Als wir auf der Alm angekommen waren begrüßten uns eine 5 Monate alte schöne Hündin und ihr Wurfbruder, sowie deren Mutter.

Wir verbrachten einige Zeit mit vielen Gesprächen mit der Züchterin und kamen zu dem Beschluss das es vielleicht doch besser wäre den Welpen den wir zuerst angesehen hatten zu nehmen da wir ja noch unseren Kater Mikesch hatten und der keine Hunde gewöhnt war.

Kater Mikesch würde sich doch besser an einen 9 Wochen alten Welpen gewöhnen als an einen 5 Monate alten.

So ging es wieder von der Alm über den Pass zum ersten Züchter.

Dort kamen wir an frühen Abend an. Nun hieß es für ihn Abschied nehmen ebenso für Janka war sie doch die erste die von dem Wurf ging.

Rolf legte ihr das selbst gemachte Halsband an, und ich richtet das Auto für alle Fälle so dass wenn ein Missgeschick Janka passieren sollte es nicht so schlimm sein sollte.

Nun konnten wir unsere Heimfahrt antreten.

Wir waren noch keine fünf hundert Meter vom Hof gefahren da war schon das Missgeschick von Janka sie machte ein großes Geschäft etwas dünn und übel riechend. Rolf musste anhalten und ich durfte es beseitigen.

Den Rest der Fahrt ging ohne Zwischen Fälle von statten.

Wir kamen am späten Abend zu Hause in Dietikon an, nun hieß es mit Janka noch mal Gassi gehen was nicht so einfach war, denn sie war ja nicht gewohnt an der Leine zu gehen. Aber wir bekamen auch das hin.

Da wir ja auch noch kein Hundefutter hatte bekam sie eine Dose von Kater Mikeschs Futter.

Ja und den Kater musste sie auch noch kennen lernen und er Janka, aber das ging besser als wir glaubten denn als Janka in die Wohnung kam und im Flur um die Ecke wollte stand er da und gab ihr gleich eins auf ihr Näschen von diesem Tag an war es klar wer das sagen hatte.

Ich richtete mir noch ein paar Kleidungsstücke die ich schnell anziehen konnte falls Janka in der Nacht nach Draußen musste, und telefonierte noch mit meiner Mama um ihr mit zu teilen das sie ein neues Enkelkind hat.

Dann gingen wir schlafen, und Janka legte sich vor meinen Bett auch zum schlafen hin.

Am Morgen wurde ich von Janka um 6:00 Uhr geweckt ich zog mich nur schnell an und ging mit ihr nach unten da wir ja in einem Mietshaus wohnten im dritten Stock brauchte ich keine Treppen zu gehen sondern konnte mit dem Aufzug fahren.

Ich weckte noch bevor ich die Wohnung verlies Rolf und sagte er solle schon mal nachschauen wo überall kleine Pfützchen wären.

Als wir wieder zurück von unserer Gassirunde im Park waren sagte Rolf es gäbe keine Pfützchen.

Nun bekam Janka noch mal Katzenfutter zum Frühstück was ihr gut schmeckte, danach ging ich wieder mit ihr runter in den Park und Rolf besorgte in der Zwischenzeit Welpenfutter.

Eins mussten wir aber feststellen man konnte den vollen Futternapf Janka hinstellen und schon war er leer.

Als ich mein zweites Frühstück einnehmen wollte und die Sachen auf den Sofatisch stellte und mich nur kurz umdrehte da stahl doch Janka was vom Tisch, ich schrie laut auf und es gab einen klaps auf den Popo. Von dem Tag an konnte man alles auf den Tisch stellen und Janka schenkte den Sachen noch nicht mal mehr einen Blick.

In der ersten Woche in der nun Janka bei uns lebte musste sie auch gleich ein voll Bad nehmen denn sie fand im Park eine Tüte mit Fischköpfen und da wurde sich drin gewälzt.

Auch die erste fahrt in unser Gartenhaus verlief nicht ohne Missgeschick. Im Garten fühlte sie sich aber immer sehr wohl.

Nur die erste Woche wollte sie nicht so recht Auto fahren immer wenn wir das Haus verließen und Richtung Parkplatz gingen stellte sie sich stur, und so mussten wir sie ins Auto tragen oder einen anderen Weg zum Parkplatz gehen.

Das änderte sich aber ganz schnell, wir waren mit ihr in der Stadt auf dem Flohmarkt und da gefiel es ihr nicht so gut so viele Menschen und alles neu für sie, und als wir Richtung Auto gingen fing sie wie toll an der Leine zu ziehen und da war es das rettende Auto von dem Tag an fuhr sie lieben gerne Auto.

Nach dem sie 3 Wochen bei uns war fuhren wir nach Deutschland zu meiner Mama sie wollte doch Janka kennen lernen.

Janka saß die ganze fahrt auf meinen Schoß denn unser Kater reiste ja auch immer mit in seine Box.

Bei uns zuhause in Deutschland lernte Janka dann auch die Treppen gehen. Und meine Mama kaufte ihr ein großes Körbchen damit sie sich bei ihr auch zu Haus fühlen sollte. Nur das Körbchen wurde von Janka nie angenommen.

Wie das so ist die erste Zeit wenn man einen Welpen bei sich einziehen lässt, ist die Erziehung zur Stubenreinheit das erste Gebot. So auch bei uns, vom ersten Tag an hat sie durchgeschlafen. Und wenn ich dann mit ihr in den Park ging sagte Rolf dann immer zur ihr pass schön aufs Mami auf.

Bei den Gassirunden trafen wir dann immer viele Hunde und ihr erster Hundefreund war ein Neufundländer den sie doch obwohl sie noch ein Welpe war und er ausgewachsen es fertig brachte ihn auf den Rücken zu legen. Jankas Lieblings Beschäftigung beim spazieren gehen war es große Äste also wirklich große mit sich rum zu tragen.

So verging der Sommer und im Herbst als wir dann in die Pilze gingen kam sie mit und sie genoss die Tage im Wald. Wenn wir dann auf der Heimfahrt waren schlief sie ganz fest.

Zu Hause spielte sie mit ihren Stofftieren und ab und zu kamen die Kinder der Nachbarn und dann wurde so richtig getobt und der Kater Mikesch spielte dann auch mit.

Mit der Zeit verlagerte sich ihr Schlafplatz vom, vor dem Bett ins Bett.

Als wir dann im Winter 1998 umgezogen waren ins Deutsche also in mein Elternhaus, wir bewohnen die obere Wohnung und unten wohnt meine Mama da dachten wir da kann sie ja ab und zu sich bei meiner Mama aufhalten aber das machte sie nicht und das hat sich bis Heute auch nicht geändert. Sie kommt mit nach unten wenn wir es tun und sie liebt auch meine Mama aber alleine bleibt sie bei ihr nicht.

Auch ging sie nur einmal mit in das Haus von meiner Großmutter um diese zu besuchen aber sie war da schneller wieder raus als man denken konnte, und danach konnten wir sie auch nicht mehr dazu bringen diese nochmals zu betreten. Das änderte sich erst als meine Großmutter gestorben war und wir das Haus räumten und danach meine Freundin eingezogen war, von da an ging sie in das Haus wenn auch keiner von uns dabei war.

Im Frühjahr 1999 meinte meine Mama wir sollten sie doch mal auf einer Ausstellung melden ich wollte zuerst nicht aber dann tat ich es doch. Zu dieser Zeit waren wir noch in keinem Verein und so war die erste Ausstellung die Janka besuchte in der Jüngstenklasse eine von der UCI geschützte. Sie bekam ein viel versprechend, und wir hatten Blut geleckt. Sie besuchte noch viele Ausstellungen die UCI geschützt waren und so bekam sie 3 Champions Titel zugesprochen.

Auch hier in Deutschland fand sie viele Hundefreunde bei den Spaziergängen.

Im Sommer fuhren wir das erste Mal in den Urlaub nach Bayern und da kurz vorher bei Janka eine Futtermittel Allergie fest gestellt worden war konnte sie eine zeit lang kein Hundefutter zum fressen bekommen. Was macht man in so einem Fall man sucht sich ein Lokal was auf der Speisekarte Nudeln und Leberkäse anbietet und bestellt dann von jedem eine Portion, und ich kann nur sagen in der Küche wurden die schönsten Butternudeln für Janka zubereitet.

In diesem Urlaub entdeckte sie auch die Leidenschaft für das Wasser und da es ein schöner warmer Sommer war wurde auch viel gebadet da machte es ihr auch nichts aus wo , ob in einem See oder in einem Wildbach. Wenn sie die Möglichkeit hatte auch dort noch in Ufer nähe zu tauchen und Steine raus zu hohlen dann war es das größte.

Bei Wanderungen in den Bergen brauchte man ihr nur zu folgen wenn man nicht mehr wusste was jetzt der sicherste Tritt war. Man konnte sich darauf verlassen den weg den sie ging wenn er auch am Abgrund verlief der war der sicherste.

Wenn man freilaufende Kühe traf wollte sie nicht mehr weiter gehen denn vor denen hat sie Angst, obwohl ihre Wurfkiste auf einem Bauernhof stand.

Als dann im Dezember 2000 unser Tobby bei uns ein zog über nahm sie sofort seine Erziehung.

Sie sind bis heute die besten Freunde.

Im Jahr 2001 gingen wir in den Schweizer Club für Appenzeller Sennenhunde und somit fingen wir auch an auf Ausstellungen die FCI geschützt waren zugehen.

Auf Jankas ersten Ausstellung es war die Europa Sieger In Dortmund bekam sie ein gut.

Und eine Woche später auf der IHA in St. Gallen ein V 1 und alle Anwartschaften von dem Tag an holte sie auf vielen Ausstellungen viele Tages Titel und bekam 6 Champion Titel zugesprochen.

Nur Janka konnte sich am Anfang nur schwer entscheiden wer sie im Ring vorführen sollte, tat ich es musste Rolf schon eine Zeit vor her weg gehen. Also führte Rolf sie dann einige male selbst im Ring vor aber dann musste ich weg gehen. Dann haben wir also Janka und ich mich geeinigt und dann stellte ich sie immer in den Ring.

Im selben Jahr fand ich auch das sie nun die Kommandos wie Sitz und Platz auf meinen Befehl auszuführen hätte. Sie kannte sie ja schon vom üben in ihrer Jugend aber da sie einen großen Dickschädel besitzt war es nicht leicht es auch durch zu setzten.

Bei einem Spaziergang in den Lahnwiesen versuchte ich es und Rolf sagte noch das schaffst du nicht die macht es niemals. Aber wenn Janka einen Dickkopf hat, dann muss ich sagen dann habe ich auch einen.

Ich versuchte es noch im normal Ton ihr das Kommando zu geben aber darüber lachte sie nur und nun wurde ich richtig laut das kannte sie nicht von mir und siehe da Janka viel ins Platz da war der Knoten geplatzt.

Egal welches Kommando ich ihr von da an gab sie führte es aus.

Im Sommer 2001 machten wir einen Kurs in Agility in St. Moritz der zwei Wochen dauerte und uns gefiel es sehr gut. Nun folgten noch drei Kurse in Deutschland jeweils eine Woche, und noch mal zwei Kurse in Vulpera die jedes Mal zwei Wochen dauerten.

Danach fing Janka an Turniere zu laufen.

Im Dezember 2001 zog Iris bei uns ein und davon hielt Janka nicht viel, nein sie wollte mit ihr nicht spielen. Die beiden spielen auch Heute nicht miteinander, und wenn Iris im Körbchen liegt und Janka will auch rein, dann stell sie sich davor und schaut Iris nur an. Dann verlässt Iris diese und Janka legt sich rein, danach darf dann Iris sich auch dazu legen.

Als dann im Februar 2003 Karli bei uns kam, war es so das er alles bei Janka durfte, auch sie sind gute Freunde.

Janka ist der Rudel Chef.

Morgens bei unseren Spaziergängen nahmen die Hunde von zu Hause immer ein Spielzeug mit, Janka einen Reifen, Iris einen Kong, Tobby und Karli einen Ball.

Wenn die anderen ihre Spielsachen liegen ließen dann schickten wir Janka immer los dies zu suchen und sie fand sie auch immer und dann trug sie alle nach Hause, vorher gab sie uns keines erst dann wenn wir vor der Haustür waren.

So vergingen die Jahre Janka legte einige Prüfungen ab, und an den Wochenenden ging es entweder zu Ausstellungen oder auf Agilitytuniere.

Ja da waren sogar Wochenende dabei da fand beides statt. So wie 2005 in Neumünster auf der CACIB da lief sie an beiden Tagen ein Agilitytunier und an dem einen Tag wurde sie auch noch erfolgreich ausgestellt.

Es gibt wenig Hund die so was machen.

2006 erweiterten wir unser Rudel und Rubino kam zu uns auch dieser kleine durfte von Anfang an alles bei Janka.

In diesem Jahr wurde sie im Sommer in Malnitz das erste Mal in der Veteranen Klasse ausgestellt. Einen Tag zuvor lief sie am Morgen eine Begleithunde Prüfung belegte da den zweiten Platz, am Nachmittag desselben Tags noch ein Agilitytunier auch dort belegte sie den zweiten Platz. Am anderen Tag wurde sie ausgestellt bekam V 1 CAC BOB.

Auf der Welthundeausstellung 2006 in Polen wurde sie Bester Veteran.

Ihr wurden in den folgenden Jahren noch 4 Veteranen Champion Titel zugesprochen, in Ungarn 2008 wurde sie FCI Europa Veteranen Sieger und in Irland 2009 nochmals FCI Veteranen Europa Sieger.

Um nach Irland zu kommen musste sie im Alter von zehn Jahren noch lernen in eine Box zugehen denn das hatten wir ihr nie beigebracht.

Das Janka nun schon ihren elften Geburtstag gefeiert hat merkt man eigentlich nur daran das sie im Brand weiß wird ansonsten ist sie noch immer fit wie ein Turnschuh. Nun hoffen wir das, das auch noch lange so bleibt und sie noch einige Jahre ihr Leben mit uns teilt, und unsre Hunderudel anführt.

2009  Martina Wagner