Geschichten

Iris von der Schafegg

Mein Baby

Nach dem ja Janka mehr der Papa Hund war obwohl ich sie im Sport und auch auf Ausstellungen führte, und Tobby der Lebenspartner von meiner Mama geworden war wollte ich einen Hund der nur mir gehörte.

So kam im Frühjahr 2001 der Beschluss das wir noch einen Appenzeller bei uns auf nehmen wollen.

Und wir waren uns auch schnell einig von welchem Züchter er sein sollte. Es sollte einer von der Schafegg werden, den Züchter hatten wir ja damals schon kennen gelernt als wir Janka bekamen.

Also telefonierten wir um Kontakt aufzunehmen um zu fragen wann sie planen wieder einen Wurf zu bekommen.

Die Antwort war im Herbst.

Nun wurde immer wieder mal telefoniert und dann kam die Meldung dass ihre Hündin belegt ist.

Das waren lange 8 Wochen bis die Welpen kamen denn, man weiß ja nie wie die Anzahl der Welpen ausfällt, sind auch Hündinnen dabei und wie viele sind es.

Dann war es endlich soweit die Welpen waren da und sie erblickte das Licht der Welt noch auf der Alm. Es war der 03.10.2001

Als sie dann 3 Wochen alt waren machten sie den Almabgang mit.

Und als sie dann vier Wochen waren konnte ich sie das erste Mal sehen. Was für ein schöner Anblick war das, lauter freundliche Welpen kamen da auf mich zu und nun suchte ich mir eine aus. Ich nahm sie hoch und gleich bekam ich einen Kuss von ihr, es war Liebe auf den ersten Blick, ihr Name war Iris.

Nun hieß es nochmals vier Wochen warten und einmal in der Woche wurde telefoniert um zu hören was die Kleine alles so anstellt.

Dann war es so weit am 07.12.2001 ging es in die Schweiz wie immer hatte ich das nötigste eingepackt wie Küchenrolle Handtücher Leine und Halsband.

Es war ein kalter stürmischer Wintertag als wir beim Züchter ankamen und gleich habe ich einen Besuch bei den Welpen gemacht. Nachdem alles besprochen war gingen wir mit der Züchterin Frau Fahrni allen Welpen und der Mutterhündin noch einen Spaziergang machen, toll war das wie die kleinen da schon im Wald getobt haben mit ihrer Mama. Der Tag ging zu Ende und wir fuhren in unser Hotel, denn erst am anderen Morgen wollten wir die Heimreise antreten.

Am 08.12.2001 waren wir schon frühzeitig bei Frau Fahrni und nun wurde es ernst für alle, wir hatten uns bereit erklärt noch einen zweiten Welpen mit zu nehmen der dann am anderen Tag von uns aus die Reise nach Holland zu seinen neuen Besitzern antreten sollte.

Damit wir die zwei Hündinnen nicht vertauschten bekamen sie unterschiedliche Halsbänder an.

Frau Fahrni sagte als wir noch zusammen in der Küche saßen wir sollten uns nicht wundern wenn sie auf einmal weg ginge dann sollten wir den anderen Ausgang nehmen und einfach los fahren dabei hatte sie schon Tränen in den Augen

So war es dann auch sie verließ die Küche und wir gingen mit den zwei Welpen jeder eine auf den Arm auch.

Im Auto wurden sie zusammen in die Box gesetzt die auf der Rückbank des Autos stand und ich setzte mich daneben.

Als wir abfuhren schaute ich mich noch mal um und dann sah ich Frau Fahrni wie sie hinter dem Haus hervor kam und uns nach sah.

Iris erbrach sich schon nach kurzer Fahrt und ihre Schwester schlief friedlich.

Als wir zuhause angekommen waren war die Begrüßung von Janka die wir bei meiner Mama gelassen hatten groß und auch Tobby sprang wie ein Gummiball an uns hoch.

Dann zeigten wir den beiden die Welpen und alle durften in den Garten, die Welpen zogen sich erst einmal ein wenig zurück aber schnell war das Eis zwischen ihnen und unseren zwei großen gebrochen. Besonders Tobby hatte es ihnen angetan, und Janka zeigte kein zu großes Interesse an ihnen.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit spielen und da machten wir auch keinen Unterschied zwischen den beiden.

Wir telefonierten noch mit Frau Fahrni das wir alle gut angekommen sind.

Sie lernten noch Kater Mikesch kennen was recht gut ging, wie bei jeden Welpen der bei uns einzog zeigte er dass er der Herr im Hause war. Jede der beiden bekam ein paar auf die Nase.

Der erste Tag ging zu Ende und zum schlafen kamen beide zusammen in die Box die neben meinem Bett stand.

Durch die Aufregung des ersten Tages, und da sie ja noch zu zweit waren schliefen sie auch durch bis um 5:00 am Morgen.

Ich stand auf ging mit ihnen in den Garten und danach wurde noch eine Runde weiter geschlafen.

Am Morgen wurde wieder mit ihnen gespielt und da sich die Leute aus Holland verspäteten wuchs mir Iris Schwester Insa immer mehr ans Herz.

Dann war es soweit und wir mussten von Insa Abschied nehmen, und ich werde nie diesen Tag vergessen als wir den neuen Besitzern die kleine auf den Arm gaben und ihnen sagten das ist eure Insa da war keine Herzlichkeit zu spüren, sie nahmen sie und im Auto kam sie in eine Box. Nun fing Insa an zu heulen und es gab mir einen Stich ins Herz.

Denn als wir in der Schweiz los gefahren waren da heulte keine der Beiden.

Jetzt war Iris alleine und da wir noch auf eine Weihnachtsfeier wollten durfte sie mit.

Wie immer wenn ein Welpe bei uns kam war jetzt das erste was sie lernen mussten das Stubenrein werden.

Nun es war Winter und er war sehr kalt da kann man nicht so lange mit einem Welpen nach draußen, und Iris wollte auch nicht. Da wir für Tobby im Winter Mäntelchen hatten und er die Größe eines Appenzeller Welpen so kam ich auf die Idee das ich ein Mäntelchen Iris wenn es zum Gassi gehen geht einfach anziehe, und das ging gut so blieb sie doch lieber länger draußen.

Zum schlafen kam sie in die Box die neben meinem Bett stand so konnte ich immer hören wenn sie sich in der Nacht meldete, und das war sehr oft. Am Abend wurde so um 23:00 Uhr das letzte Mal raus gegangen und dann ging es schlafen gegen 1:00 Uhr meldete sie sich dann und dann jede Stunde. Das ganze ging bis zur Silvester Nacht da gingen wir später schlafen und von dieser Nacht an schlief sie immer durch bis um 7:00 Uhr am Morgen.

Ich dachte mir dass ich mit Iris eine Welpenschule besuchen sollte und so tat ich es auch, aber das war nur für zwei Stunden denn in der zweiten Stunde war ein älterer Hund mit dabei und von dem wurde sie gebissen. Dazu kam noch das ich ja diese Übungen nicht mit machen wollte denn Iris sollte ja auf Shows gehen und da sollte man nicht Sitz und Platz lernen.

Im Februar 2002 fuhren wir mit Janka auf die Ausstellung in Basel und Iris durfte mit reisen, sie war stubenrein und so konnten wir sie gut mit ins Hotel nehmen. Leider gab es zu dieser Zeit noch keine Baby Klasse so wie Heute auf Ausstellungen und so war sie nur als Begleitung mit dabei. Sie störte sich aber nicht am ganzen Trubel sonder schlief friedlich auf ihrem Platz.

Im Mai 2002 wurde sie dann das erste Mal auf der IHA St. Gallen in der Jüngsten Klasse ausgestellt und bekam ein viel Versprechend.

Im Sommer 2002 schnupperte sie das erste Mal im Agilitykurs in Vulpera in den Hundesport rein. Klar sie konnte noch nicht über hohe Hürden springen aber sie konnte lernen wie sie geführt werden musste, den Slalom und die Kontaktzonen Geräte lernte sie auch schon.

Im Herbst desselben Jahres waren wir wieder in Vulpera und nun konnte sie richtig am Kurs teil nehmen, und sie machte es hervorragend.

Iris war nun ein Jahr alt aber verspielt wie ein Welpe und das spielen tat sie mit Tobby, denn Janka wollte mit ihr nie so richtig spielen, sie spielte ganz für sich alleine mit ihren Spielsachen am liebsten mit einem Teddy oder mit meinen Hüttenschuhen die sie mir als sie bei uns ein zog geklaut hatte und die ich ihr überlassen hatte.

Auch besuchte sie in dem Jahr einige Ausstellungen sehr erfolgreich.

Das Jahr 2003 fing mit Ausstellungen an, und ihr zweiter Freund unser Karli zog bei uns ein nun hatte sie einen neuen Spielkameraden. Im Frühjahr wollten wir bei einem Kurs für Agility sehen was sie noch konnte und nun stellten wir fest das sie kein Interesse dafür mehr zeiget, was noch im Herbst des letzen Jahres so gut ging war jetzt wie weg geblasen. Als sie vor dem ersten Sprung saß hätte sie, wenn sie gekonnt hätte die Pfote gehoben und mir den Vogel gezeigt.

Ich konnte mich noch so bemühen sie wollte einfach nicht.

Rolf meinte dass sie vielleicht etwas hätte und so wurde der Tierarzt aufgesucht aber sie war gesund. Rolf wollte es nicht verstehen und versuchte es immer wieder aber Iris hatte keine Lust irgendwas in Sport zu machen. Sie lebte nach dem Motto Sport ist Mord. Ich erklärte ihm das ist so wie mit Kindern man kann da 11 haben also eine ganze Fußballmannschaft aber nur 10 davon spielen Fußball der elfte will aber lieber was anderes machen das muss man dann auch verstehen.

Bald stellte sich her raus das Iris wenn wir mit ihr auf Ausstellungen waren aufblühte also richtig Spaß daran hatte sich im Ring zu präsentieren.

Von da an fing ihre Ausstellungskarriere an, klar gab es mal eine schlechtere Formwertnote und sie belegte auch immer noch mal einen zweiten oder dritten Platz.

So vergingen die Jahre und sie holte einige Tagestitel und ihr wurden 10 Champions Titel zugesprochen.

Iris wurde dann 2005 angekört, bekam aber niemals Welpen.

Auch als dann im Mai 2006 Rubino in unser Rudel kam wurde er von Iris sofort aufgenommen nun hatte sie noch einen Kumpel mit dem am toben konnte.

Im Jahr 2007 hatte sie ihr größtes Abenteuer denn da ging es zur Welthundeausstellung nach Mexiko, und wurde dort Weltsieger. Sie hatte keine Probleme mit dem Flug dort hin.

Im Gegenteil diese Reise schweißte Iris und mich noch mehr zusammen war sie bis dahin schon der reinste Mama Hund nun umso mehr.

Ich kann sie ohne Leine beim Gassi gehen laufen lassen dann entfernt sie sich nicht mehr als fünf Meter von mir dabei wird sich immer wieder umgedreht und nach mir geschaut, aber meisten läuft sie bei Fuß und klebt regelrecht an mir.

Außer uns läuft ein Kaninchen über den Weg da kommt bei ihr der Jagdtrieb hoch, aber wenn ich dann laut rufe ist sie sofort wieder an meiner Seite.

Wasser ist auch eine Leidenschaft von ihr aber nur in Form von einem Bach oder See da geht man gerne schwimmen, Regen liebt sie nicht so und wenn im Garten mal der Wasserschlauch im Einsatz ist geht man dann dem lieber aus dem Weg.

Dann im Mai 2008 dachten wir, wir würden sie verlieren denn ohne vor Warnung fiel sie im Garten um und war hinten links gelähmt. Sie musste operiert werden denn sie hatte einen Bluteinschuss im Wirbelkanal. Vier Wochen lange dauerte es bis sie wieder gehen konnte, und dann in der fünften Woche danach ging sie das erste mal wieder mit auf Ausstellung diese war in Erfurt und da sie schon gemeldet war stellte ich sie dann auch aus obwohl sie noch nicht gut laufen konnte aber nun war sie wieder dabei was sie gerne machte und da merkten wir das es ihr gut tat und von dem Tag an ging es immer besser, klar man sieht es immer noch das sie das linke Bein ein wenig anders belastet. Ich stellte mein Laufen im Ring etwas um und so können wir weiter zusammen Ausstellungen besuchen.

Genau ein Jahr nach der Operation im Mai 2009 holte sie auf der IHA St. Gallen das BOB, als das die Richterin ihr zusprach, standen mir die Tränen in den Augen.

Und auf der European Winner Dog Show in Dublin Irland im Mai 2009 wurde sie Europasiegerin, und eine Woche später wurde sie noch Clubsiegerin von Schweizer Club für Appenzeller Sennenhunde.

Nun wird sie im Oktober schon acht Jahre und fängt dann in der Veteranen Klasse an. Da sieht man wie schnell doch die Zeit vergeht. Iris ist immer noch mein Baby und sie wird es auch bleiben wie alt sie auch wird. Sie ist immer noch ein ganz großer Schmusebär und es gibt keinen Tag in unserem gemeinsamen Leben an dem nicht gekuschelt und geschmust wird.

2009  Martina Wagner

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